Von Oberbayern an den Oberrhein
Ich gebe zu, es fiel mir nicht leicht, die bayerische Landeskirche zu verlassen, in der ich seit jüngsten Kindheitstagen aufgewachsen bin und die mich gewiss auch geprägt hat: Zunächst im Pfarrhaus einer kleinen evangelischen Gemeinde in der Extrem-Diaspora der oberpfälzischen Peripherie, dann zu meinem Studium in der Landeshauptstadt München und zuletzt etwa viereinhalb Jahre als Dekanatskantor im schönen Rosenheim und als Vizepräsident des bayerischen Kirchenmusikerverbandes.
Nichtsdestotrotz wirkten einerseits die ausgeschriebenen Aufgaben an der Stiftskirche Lahr und im Kirchenbezirk Ortenau zu verlockend, um auf eine Bewerbung zu verzichten, andererseits waren die Aussicht, auf kurze bis mittlere Sicht eine neue passende berufliche Herausforderung in Bayern zu finden, zu vage.

Nun freue ich mich auf meinen Neustart am geographisch anderen Ende der Republik. Die schönen oberbayerischen Alpen muss ich nun gegen die Schwarzwald-Hügel eintauschen, das gute bayerische Bier gegen edle badische Weine, die Nähe zu Österreich gegen das Elsass, ein vertrautes soziales Umfeld gegen hoffentlich bald schon neue Kontakte. Was ich nicht eintausche, ist die Liebe zur Kirchenmusik und zu den Menschen, die sich davon begeistern lassen, um das durch Corona beschädigte Chorleben wieder zum vollen Leben erwecken zu können.

Was mir jetzt schon ungemein positiv auffällt, ist der Schatz, eine große historische Kirche samt repräsentativer Orgel bespielen zu dürfen, was ich aus den verglichen mit hier kleinen Verhältnissen in Oberbayern nicht gewohnt war. Ebenso dankbar bin ich für eine eingearbeitete Sekretärin, inspirierende Kolleg:innen im Bezirk und einen sehr umtriebigen Vorgänger, der mit Rat und Tat zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird.

Über meinem „Personalstil“, das Kantorenamt auszufüllen, müssen Sie sich wohl selbst eine Meinung bilden. Eine Kollegin aus Rosenheim hat letzteren jedenfalls einmal als Dreiklang aus (musikalischem und ästhetischem) Anspruch, Verkündigung und Menschenliebe bezeichnet. Meine Instrumente dabei sind die Parameter Präsenz, Kontinuität und Beziehung. Mit dieser Arbeitsphilosophie möchte ich mich auch in der Ortenau einbringen - uns zur Freude und Gott zur Ehre.
Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen!

Johannes Eppelein


Kurzvita


Johannes Eppelein wurde 1988 in Regensburg geboren und studierte von 2009 bis 2018 Evangelische Kirchenmusik A, Chordirigieren (Master) und Gesangspädagogik (Bachelor) an der Hochschule für Musik und Theater München.

Von 2009 bis 2016 war er nebenamtlicher Kantor an der Jerusalemkirche Taufkirchen (b. München), von 2014-2018 außerdem Bezirkschorleiter für die Posaunenchorarbeit im Dekanat München. 2016/2017 absolvierte er sein kirchenmusikalisches Praxisjahr an der Evang.-Luth. Christuskirche München-Neuhausen. Von 2017 bis Januar 2022 war als Dekanatskantor in Rosenheim tätig.

Zum 1. Februar 2022 wurde er als Bezirkskantor im Kirchenbezirk Ortenau an die Stiftskirche in Lahr/Schwarzwald berufen.

Von 2017-2019 war Johannes Eppelein Stipendiat des Deutschen Musikrats im „Dirigentenforum“, einem Förderprogramm für Nachwuchsdirigenten. Innerhalb dieses Stipendiums konnte er mit der Singakademie Dresden, dem Philharmonischen Chor Berlin, dem Chor der Oper Leipzig und dem WDR-Rundfunkchor in Kursen mit Prof. Jörg-Peter Weigle, Thomas Eitler-de Lint und Prof. Stefan Parkman arbeiten.
Weitere Meisterkurse besuchte er bei Prof. Franz Josef Stoiber (Orgel), Prof. Norma und Timothy Sharp (Gesang) und Klaus Mertens (Historische Aufführungspraxis).
Von 2018-2019 hatte er einen Lehrauftrag für ein Chorseminar an der Universität der Bundeswehr München-Neubiberg inne. Von 2018 bis 2021 war er Mitglied des Verbandsrates des Verbandes evang. Kirchenmusiker*innen in Bayern e.V., 2021 außerdem dessen Vizepräsident.